So war die Buchmesse Leipzig 2014

Zurück von der Leipziger Buchmesse. Diesmal allerdings ohne Tom, der sich mit einer ziemlich weit hergeholten Ausrede (wird zum zweiten Mal Vater oder sowas in der Art) vor der Verantwortung gedrückt hat. Musste ich mich eben allein blamieren. Fast jedenfalls. Glücklicherweise war diesmal wieder unser Autorenkollege Carsten Steenbergen dabei, der darin ein echter Profi ist. Im Messe besuchen, meine ich. Außerdem meine Freundin, die die Fotos geschossen hat.

Wenn wir nicht gerade wieder den Namen des Hotels verwechseln und uns versehentlich am Rand einer Kohlegrube im Leipziger Süden einbuchen, logieren wir alle Jahre wieder standesgemäß im Herzen einer kleinen Gemeinde namens Rackwitz (bedeutendste geschichtliche Ereignisse: 1692 eine Hexenverfolgung und in 1871 der Zusammenstoß einer Lokomotive mit einem Personenzug).

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Es war nicht alles schlecht im Osten

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Wir hatten ja nichts, damals. Außer Mini-Golf und Sauna-Hütte

Direkt nach dem Einchecken war Freitag Mittag bereits Messe angesagt. Nach dem üblichen Hallo auf dem WerkZeugs-Stand und den fragenden Blicken der Anwesenden („Wer zum Teufel war das und wo ist der Tom?“) verbrachten wir den größten Teil des Nachmittags damit, uns über die neuesten Trends in der Fantasy zu unterhalten (Autoren-Selfies und Thilo Sarazzin) und nebenbei unsere Taschen unauffällig mit dem kostenlos bereitgestellten Süßkram zu füllen.

Am Abend ging es noch zum Mexikaner, wo wir auf Stephan Bellem nebst Gattin, sowie die freundlichen Damen von Lyx stießen. Deren Idee von einem Erotik-Roman mit Orks und Zwergen mussten wir allerdings auch in diesem Jahr wieder dankend ablehnen. Momentan sind wir einfach zu sehr mit dem dritten Teil unserer Saga beschäftigt. Es wurde aber trotzdem noch ein lustiger Abend.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Lesungen.
In einer Art Guerilla-Aktion wurde zunächst die Hörspiel-Arena mit Steamtown-Flyern im Papierwert eines mittleren Regenwalds überschwemmt.

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„Psst, brauchst Du …?“

Danach war wieder Socialising und allgemeines Hallo angesagt. Vor allem bei unserer Agentur, die dem Verlag für uns ein weiteres Mal so viel Geld aus den Taschen leiern konnte, dass der die Hälfte seiner Mitarbeiter entlassen musste. Hat sich aber gelohnt – für uns jedenfalls.

Bei den ganz Erfolgreichen stehen die Groupies Schlange
Bei den ganz Erfolgreichen stehen die Groupies Schlange

Überraschung vor dem Papierverzierer-Verlag: Ann-Kathrin Karschnik diesmal ohne ihr schickes grünes Kleid unterwegs, machte das aber dadurch wett, dass sie Flyer verteilte, deren auffälligster Satz „Teilnahme ab 18 Jahren“ lautete.

Ich bin entsetzt
Ich bin entsetzt

Samstag war außerdem Cosplayer-Tag:

Harry Potter? Bist Du das?
Harry Potter? Bist Du das?
Die Frisur sitzt
Die Frisur sitzt
Gestern auch beim Mexikaner gegessen?
Gestern auch beim Mexikaner gegessen?

 

Warte, die Figur kenne ich ...
Warte, die Figur kenne ich …

Zwischen all den verkleideten Gestalten sind wir zufällig sogar auf den ersten richtigen Promi gestoßen. Der Messe-Mayer sah mit seinen rosa Plüschohren aber schon dermaßen mitgenommen aus, dass ich aus Mitleid gar nicht erst gewagt habe, mich bei ihm anzubiedern. Außerdem stand schon um 14:00 Uhr auf der Fantasy-Leseinsel meine Premiere-Lesung ohne Bruder an.

Ohne Tom wirkt es, als wäre nur ein Viertel der Plätze belegt
Ohne Tom wirkt es irgendwie leer

Immerhin war die Uhrzeit eine dankbare, denn so kurz nach dem Mittagessen waren die Ränge mit vollgefressenen und übermüdeten Zuschauern gefüllt, die selbst die langweiligste Lesung nicht mehr zur Flucht bewegen konnte. Im Anschluss schmuggelte ich mich dann noch in die Nähe von Markus Heitz und konnte einer Handvoll verirrter Fans, die mich mit dem Meister verwechselten, eine persönliche Widmung aufdrängen.

Das schwarze Hemd war also doch eine gute Idee
Das schwarze Hemd war also doch eine gute Idee
Ganz unten in der Fantasy-Hackordnung: Vegane Zombie Cupcake-Kochbuchautoren
Ganz unten in der Fantasy-Hackordnung: Vegane Zombie Cupcake-Kochbuchautoren

Überhaupt nicht entspannt zurücklehnen konnten wir uns bei Carstens und Detlef Tams grandioser Live-Lesung aus unserem gemeinsamen Jahrhundertwerk „Steamtown – der Tote von Bakers Hall“. Wer dieses vom Messe-Publikum frenetisch gefeierte Spektakel verpasst hat, sollte unbedingt am 6. April in den Kulturbunker Köln kommen. Es lohnt sich!

Besonderer Dank und Genesungswünsche geht an die riesigen Füchse aus Halle 1 die sich spontan als Kampfratten zur Verfügung stellten
Besonderer Dank und Genesungswünsche geht an dieser Stelle an die riesigen Füchse aus Halle 1 die sich spontan als Kampfratten zur Verfügung stellten

Später am Abend folgte die traditionelle Heyne Fantasy-Lesenacht in der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig. Mitwirkende waren Jeanine Krock, Christoph Hardebusch, Bernhard Hennen und meinereiner. Das unabgesprochene Thema war aus irgendeinem Grund „Essen“, weshalb wir im Anschluss an die kalorienhaltigen Textpassagen mit den Heyne-Damen schnurstracks zum nächsten Inder rannten. Nein, gar nicht wahr: Während die anderen Autoren erst noch stundenlang wildfremde Bücher signieren mussten, konnte ich mich mit zwei unserer vier bis fünf Leser angeregt über DSA-Spielrunden und gute Musik (Insomnium – ich habe es nicht vergessen!) unterhalten.

beim Inder
Beim Inder: Mafia, Fußball, Werwölfe, selbstmörderische Hunde und mörderische Katzen. Kein Wunder, dass es uns am Sonntag noch in den Zoo verschlagen hat.
Fantasy wohin man schaut: Der Librarian aus der Scheibenwelt zu Besuch im Leipziger Zoo
Fantasy wohin man schaut: Der Librarian aus der Scheibenwelt zu Besuch im Leipziger Zoo
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Das war’s auch schon für dieses Jahr. Auf Wiedersehen in 2015.

 

PS: Nein, keine Ahnung wann es soweit ist. Fragt den Tom.

2 comments

    • Stephan says:

      Ach, ich renne auf solchen Messen sowieso immer völlig blind durch die Gegend. Da kann es auch passieren, dass jemand direkt vor mir steht und ich raffe es nicht (vor allem, wenn ich in Gedanken gerade bei meiner anstehenden Lesung bin). An dieser Stelle also meine Bitte um Entschuldigung an alle die ich sträflich ignoriert habe!

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